Werdegang

Hans Letsch, am 31.März 1924 geboren, schloss sein Studium an der Universität Zürich mit dem Doktorat oec.publ. ab. Seine berufliche Karriere startete er 1952 als Chef der Finanzkontrolle in der Finanzdirektion des Kantons Aargau. Von 1959 bis 1961 war er als Finanzinspektor der Stadt Zürich tätig, anschliessend bis 1968 als Chef der Finanzverwaltung des Kantons Aargau. 1968 holte ihn der damalige Bundesrat Hans Schaffner als Generalsekretär des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements nach Bern.

1970 wechselte er dann in die Wirtschaft und übernahm als Verwaltungsrat beratende Funktionen in bedeutenden Industrie- und Dienstleistungsunternehmen. In den achtziger Jahren präsidierte er auch den Schweizerischen Arbeitgeberverband. Als Titularprofessor an der Hochschule St.Gallen wurde er mit einem ständigen Lehrauftrag für Fragen der Finanz- und Wirtschaftspolitik betraut.

In der Politik vertrat er als freisinniger Nationalrat des Kantons Aargau von 1971 bis 1979 und als Ständerat von 1979 bis 1987, aus seiner wirtschaftlichen und seiner wissenschaftlichen Tätigkeit schöpfend, konsequent eine freiheitliche Ordnungspolitik. Er tat dies auch in all den Jahren publizistisch in zahlreichen Abhandlungen, Vorträgen und Artikeln in der Fachpresse und in der Tagespresse.

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Hans Letsch im Geschpräch mit dem damaligen Bundesrat Willi Ritschard

 

Nach Beendigung seiner parlamentarischen Tätigkeit fand er Zeit, sein wegweisendes Werk «Soziale Marktwirtschaft als Chance – Die Schweiz auf dem Prüfstand» (1992) zu verfassen. Seine Gedanken über das Menschsein und sein Menschenbild veröffentlichte Hans Letsch unter dem Titel «Abschied von Babylon – Hinauf ins Tal / Ein Gespräch über das Recht und die Pflicht, Mensch zu sein» mit dem Pseudonym Balz Bohrer (2000).

1987 erhielt Hans Letsch den Freiheitspreis der Max-Schmidheiny-Stiftung an der Hochschule St.Gallen, mit dem er den Grundstein der «Aargauischen Stiftung für Freiheit und Verantwortung in Wirtschaft und Politik» legte. 1994 wurde Hans Letsch mit dem Jahrespreis der Stiftung für Abendländische Besinnung Zürich ausgezeichnet.

 

Freiheitspreis 1987 der Max-Schmidheiny-Stiftung: Auszüge aus der Laudatio für Ständerat Prof. Dr. Hans Letsch

«Dem Unternehmer, Politiker und Wissenschafter, der Kraft, Überzeugung und Ideen sein Leben lang in den Dienst an der Gemeinschaft gestellt und den Milizgedanken damit vorbildlich in die Tat umgesetzt hat.»

«[…] dem Demokraten, der in unserer schnellebigen Zeit steten Wandels als engagierter Verfechter konservativer Grundwerte notwendige Neuerungen in Staat und Wirtschaft mitgestaltet hat […].»

«[…] dem überzeugten Exponenten helvetischer Sozialpartnerschaft, der –. unterschiedlicher Interessenlagen bewusst – gemeinsame Verantwortung im Sinn und Geist des Friedensabkommens wahrnimmt und damit zum dauerhaften sozialpolitischen Konsens der schweizerischen Gesellschaft wesentlich beiträgt.»

 

Jahrespreis 1994 der Stiftung für Abendländische Besinnung Zürich: Auszüge aus der Laudatio für alt Ständerat Prof. Dr. Hans Letsch

«[…] der als Politiker, Wissenschafter und Unternehmer stets mutig und unerschrocken für die Soziale Marktwirtschaft eingetreten ist.»

«[…] der sich im Sinne des eidgenössischen Milizgedankens ein Leben lang vorbildlich in den Dienst der Gemeinschaft gestellt.»

«[…] und der sich im Geiste einer ordnungspolitischen Staats- und Wirtschaftsphilosophie für ein harmonisches Zusammenwirken von Individuum und Gesellschaft, von Freiheit und sozialer Verantwortung des Einzelnen eingesetzt hat.»